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Werbung für Pippi-Langstrump-Kostüm – eine Urheberrechtsverletzung?

BGH: Pippi-Langstrumpf-Kostüme verletzen nicht das Urheberrecht.

Der Bundesgerichtshof wies eine Klage der Erbengemeinschaft Lindgrens zurück: Die Werbeaktion für Pippi-Faschingskostüme einer Supermarktkette ist keine Urheberrechtsverletzung.

In dem ersten Urteil aus dem Jahr 2013 stellte der Bundesgerichtshof fest, dass der urheberechtliche Schutz an den literarischen Werken von A. Lindgren nicht so weit geht, dass auch alle an die Beschreibung der Romanfigur Pippi-Langstrumpf angelehnte Kostüme davon umfasst sind. Vielmehr stellen sie als eigene Interpretationen der wörtlichen Beschreibung  ein selbständiges Werk dar und dürfen nach § 24 UrhG frei benutzt werden.

Im aktuellen Urteil wurde ferner bestätigt, dass es keinen über das Urheberecht hinaus gehenden Schutz aufgrund des Wettbewerbsrechts besteht. Nach Auffassung des Gerichts stellt das Kostüm keine unlautere Nachahmung der Romanfigur dar, obwohl es klar erkennbar ist, um welche Phantasie-Person es geht. Entscheidend ist vielmehr, dass es sich um eine andere Produktart handelt, so dass angesichts der erhöhten Anforderungen nur vereinzelte  Übereinstimmungen nicht ausreichen.