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Welche Rechte hat man als Fahrgast, wenn die geplante Fernbusreise annulliert wird oder der Bus sich verspätet?

Rechte der Fernbusreisenden

Seit 2013 machen die Fernbus-Reiseunternehmen der Deutschen Bahn Konkurrenz. Mittlerweile können die Reisenden aus mehr als 5.100 innerdeutschen Fahrten pro Woche wählen.

Doch wie sind die Rechte der Fernbusreisenden?

Die Rechte der Fernbuspassagiere sind inzwischen ebenso geschützt wie beim Fliegen oder bei der Zugfahrt. Die Europäische Union hat durch ihre seit März 2013 geltende EU-Verordnung über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr (Nr. 181/2011), unter anderem die Rechte der Busreisenden bei Verspätung oder Annullierung und die daraus resultierenden Ansprüche geregelt.

Im Einzelnen gilt bei Reisen von über 250 Kilometer Folgendes:

Bei Annullierung, Überbuchung oder mehr als zweistündiger Verspätung der Abfahrt muss der Beförderer den Fahrgästen die Fortsetzung der Fahrt (gegebenenfalls mit geänderter Streckenführung) oder eine Kompensation des Fahrpreises anbieten.

Tut er das nicht, kann der Reisende zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises beanspruchen.

Über die Annullierung oder eine Verspätung der Abfahrt muss der Beförderer so rasch wie möglich, spätestens aber 30 Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit informieren.

Wird eine planmäßig mehr als drei Stunden dauernde Fahrt annulliert oder verspätet sich eine solche Abfahrt von einem Busbahnhof um mehr als 90 Minuten, muss den Fahrgästen kostenlos ein Imbiss, Mahlzeiten oder Erfrischungen angeboten werden. Falls erforderlich, haben Sie auch einen Anspruch auf ein Hotelzimmer – und zwar bis zu zwei Nächten und 80 Euro pro Nacht und Reisenden. Letzteres gilt allerdings nicht, wenn widrige Wetterbedingungen oder schwere Naturkatastrophen für die Verspätung oder Annullierung verantwortlich waren.

In allen Fällen sollte ein Rechtsanwalt beauftragt werden, falls die Durchsetzung der Fahrgastansprüche durch den Reiseveranstalter erschwert wird.

Alle Angaben ohne Gewähr.