Rauchwarnmelder – ist eine Pflicht?
10. November 2015
Verkehrsunfall Schadenersatz Rechte
Verkehrsrecht: Unfall-was tun?
18. November 2015
Alle Beiträge

Viele Verträge können auch nach Ablauf von 14 Tagen widerrufen werden

Sehr viele Verträge, insbesondere Versicherungsverträge, können auch nach Ablauf der 14 tägigen Widerrufsfrist noch widerrufen werden.

Es passiert tagtäglich, dass zu uns Versicherungsnehmer kommen und aus verschiedenen Gründen mit der vor Monaten abgeschlossenen Versicherung nicht zufrieden sind. Mal wurde bei Vertragsabschluss die meistens im kleingedruckten enthaltene (nachteilige) Regelung übersehen, mal ausdrücklich gewünschte Leistung nicht in den Vertrag aufgenommen. Meistens stellen sich Nachteile für den Mandanten erst nach Ablauf von 14 Tagen seit Vertragsabschluss heraus, ja Monate danach. Zum Beispiel wird Schadensfreiheitsklasse der Vorversicherung bei KfZ nicht anerkannt, weil die neue Versicherung für die Anerkennung sehr unübliche Regelungen aufstellt, dann erfährt der Kunde nach 2 bis 4 Monaten, dass sein Beitrag auf einmal das Dreifache von dem ursprünglich Geplanten beträgt.

In solchen Fällen gilt es in erster Linie zu prüfen, ob die Widerrufsfrist überhaupt zu laufen begann. Und hier hilft dem Versicherungsnehmer die gültige Rechtslage. Danach beginnt die Widerrufsfrist erst zu laufen, wenn bestimmte Unterlagen, zum Beispiel der Versicherungsschein, dem Versicherungsnehmer vollständig zugegangen sind. Diesen Zugang hat der Versicherer zu beweisen. Der Beweis wird jedoch dem Versicherer in seltenen Fällen gelingen. Die Versicherungsgesellschaften sparen oft die Kosten einer beweissicheren Übermittlung und versenden die Unterlagen per einfachen Brief. Sollte der Versicherungsnehmer in Falle einer Auseinandersetzung den Zugang der Unterlagen bestreiten, so wird es für den Versicherer schwierig, den Zugang zu beweisen. Konsequenz: der Versicherungsnehmer hat zwar kein „ewiges“ Widerrufsrecht, kann jedoch den Vertrag rückwirkend innerhalb von einem Jahr und  14 Tagen widerrufen.

Die richtige rechtliche Einordnung und Prüfung kann jedoch nur ein versierter Rechtsanwalt vornehmen, es ist vor allem bei der Vielzahl an Vertragsmöglichkeiten eine genaue Prüfung des Sachverhalts notwendig. Vor voreiligen Auseinandersetzungen mit der Versicherungsgesellschaft oder gar (wie leider schon oft vorgekommen) Rückbuchung der Versicherungsprämien muss an dieser Stelle eindringlich gewarnt werden.

Wir beraten Sie gerne