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„Unten ohne“ mit dem Auto fahren – Kein Problem sagt das Gericht!

Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben befindet sich in der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) keine einzige Vorschrift die das „unten rum nackte Autofahren“ verbietet.

„Unten rum nackt“ bezieht sich natürlich auf die schuhlosen Füße.

Das OLG Bamberg hat das bereits in drei Entscheidungen festgestellt, dass es den Staat nichts angehe mit welcher Fußbekleidung bzw. ohne solche, jemand sein Auto steuert.(Beschl. v. 15.11. 2006, Az. 2 Ss OWi 577/06, Beschl. 11.01.2007, Az. 3 Ss OWi 1796/06, 3 OWi 1796/2006 und Beschl. v. 04.04.2007, Az. 3 Ss OWi 338/2007, 3 Ss OWi 338/07).

Das Gericht stellte zwar auch fest, dass es wohl kritisch anzusehen sei, wenn ein Autofahrer ohne festes Schuhwerk fährt. Denn die aller wichtigsten Funktionen im Auto werden durch die Füße ausgeführt. Ohne eine feste Fußbekleidung kann es leichter passieren, dass der Fuß von den Pedalen abrutscht und somit  Gefahrsituationen für den Autofahrer selbst bzw. für die anderen Verkehrsteilnehmer entstehen können.

Jedoch verbiete die StVO ein Fahren ohne Schuhe nicht!

Ausnahme gelte jedoch für die Autofahrer, die nach den Vorschriften der Unfallverhütungsvorschriften einer Berufsgenossenschaft feste Schuhe beim Autofahren tragen müssen, so das OLG Bamberg. In § 44 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ (BGV D29) heißt es: „Der Fahrzeugführer muss zum sicheren Führen des Fahrzeugs den Fuß umschließendes Schuhwerk tragen.“ Geltung beanspruchen als Unfallverhütungsvorschrift könne § 44 Abs. 2 BGV D29 aber nur im Rahmen eines Versicherungsverhältnisses nach dem SGB VII – also soweit der gesetzliche Unfallversicherungsschutz reiche.

Und das Wichtigste ist, die Kfz-Haftpflicht zahlt selbst dann, wenn Sie barfüßig in einen Unfall verwickelt werden. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherer in seiner Presseerklärung vom 08. Juni 2007 mitgeteilt.