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Schmerzensgeld bei Verbreitung der Sexting-Fotos.

Verbreitung der Fotos Zivilrecht

Das Amtsgericht Charlottenburg hat mit einem Urteil (AZ 239 C 225/14) einen zum Tatzeitpunkt 13-jährigen Gymnasiasten dazu verurteilt, seiner ebenfalls 13-jährigen Freundin ein Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro zu bezahlen. Der Schüler verbreitete in der Schule per Nachrichtendienst WhatsApp intime Fotos seiner Freundin.

Dass das Verbreiten fremder intimer Fotos strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, ist hinlänglich bekannt. Das Urteil zeigt jedoch, dass die strafrechtliche und zivilrechtliche Verantwortung auseinander fallen kann. Minderjährige sind erst ab 14. Geburtstag strafmündig, können jedoch auf Schadensersatz schon ab 8 Jahren, dem Beginn der sog. Deliktsfähigkeit, in Anspruch genommen werden. Bei Minderjährigen hängt die Deliktsfähigkeit davon ab, ob sie das Unrecht der Handlungen gegenüber den Mitmenschen und zugleich die Verpflichtung erkennen können, für die Folgen der Handlungen einzustehen. In dem genannten Urteil stellte das Gericht klar, dass der Umgang mit Social-Media-Anwendungen für 13-jährige Kinder mittlerweile zur Selbstverständlichkeit gehört. Mit dieser Erkenntnis ist auch das Wissen, was in diesem Bereich erlaubt und was verboten sein soll, verbunden.

Wenn es um die Schadensersatzpflicht eines Minderjährigen geht sind keine pauschalen Aussagen möglich, vielmehr ist jeder Fall anders und muss anhand der durch die Rechtsprechung aufgestellten Grundsätze überprüft werden.

   Amtsgericht Charlottenburg  (AZ 239 C 225/14)