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„Deutsch als Muttersprache“ als Voraussetzung bei einer Stellenanzeige kann als Diskriminierung verstanden werden


Diese Formulierung ist unter Umständen eine unzulässige Diskriminierung, die gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstößt. Bewerber können deshalb eine Entschädigung einklagen. So hat das Landesarbeitsgericht Hessen entschieden.
(Az.: 16 Sa 1619/14).

Dem Streit lag eine Stellenanzeige zugrunde, in welcher eine Bürokraft mit „Deutsch als Muttersprache“ gesucht wurde. Die Stelle war auf zwei Monate befristet gewesen. Der Kläger, ein Bewerber mit Muttersprache Russisch, bewarb sich auf diese Stelle, jedoch ohne Erfolg. Er fühlte sich deshalb wegen seiner Herkunft diskriminiert und klagte gegen den potentiellen Arbeitgeber.

Die Klage hatte Erfolg. Das Arbeitsgericht sprach dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von zwei Monatsgehältern zu. In den Gründen führte das Gericht aus, dass der Kläger trotz seiner sehr guten Deutschkenntnisse schlechter behandelt worden ist als andere Bewerber mit deutscher Herkunft. Das Wort „Muttersprache“ ziele nämlich im vorliegenden Fall allein auf die Herkunft ab und verstoße deshalb gegen das Diskriminierungsverbot.

Ein anderer Fall würde vorliegen, wenn die konkrete Position Deutsch als Muttersprache erfordern würde. Z.B. wenn ein Dolmetscher oder Übersetzer gesucht wird. Vorliegend war es aber nicht der Fall. Deshalb hatte der Kläger auch Anspruch auf eine Entschädigung.