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Darf der Vermieter die Wandfarbe vorschreiben?

Darf der Vermieter vorschreiben, in welcher Farbe die Wände zu streichen sind?

Immer wieder stößt man sich auf die Mietvertragsbedingungen, die vorschreiben, dass die Wände bei der Ausführung der Schönheitsreparaturen und insbesondere beim Auszug aus der Wohnung weiß zu streichen sind. Die Rechtsprechung ist jedoch der Auffassung, dass solche vorformulierte Klauseln wegen einer unangemessenen Benachteiligung der Mieter unwirksam sind.

Eine freie Farben- und Tapetenauswahl während der Mietzeit gehört zum persönlichen Lebensbereich des Mieters und somit zu einem vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung. Der Mieter darf also die Wohnung frei nach seinem Belieben dekorieren und gestalten, solange die Bausubstanz nicht verändert wird.

Nach der Beendigung des Mietverhältnisses kann der Mieter auch nicht verpflichtet werden, die Tapeten zu entfernen oder die Wände weiß bzw. in einer bestimmten Farbe zu streichen. Ausnahmen gibt es nur dann, wenn es sich um solche ausgefallene Farben und Muster handelt, dass eine Neuvermietung der Wohnung ohne Neustreichen der Wohnung praktisch unmöglich ist.

Es empfiehlt sich daher, die Wände am Ende des Mietverhältnisses gestrichen in „hellen, neutralen, deckenden Farben“ zu hinterlassen, um Schadensersatzforderungen des Vermieters wegen Unmöglichkeit der Neuvermietung ohne Neuanstrich zu vermeiden.

Ob die Forderungen des Vermieters berechtigt sind, sollte aber in jedem Einzelfall geprüft werden.

Unsere Rechtsanwälte beraten Sie gerne.