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Bekommt man Schadenersatz wenn man wegen einem Verkehrsunfall ein Fußballspiel verpasst?

Verkehrsunfall Schadenersatz Rechte

Ein Mann wurde unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt und verpasste hierdurch ein Fußballspiel, das er sich im Stadion anschauen wollte. Dafür wollte er als Geschädigte einen Schadensersatz haben und klagte vom Amtsgericht Mönchengladbach.

Das Gericht führte aus, dass grundsätzlich nur ein Anspruch gegen den Unfallverursacher bzw. seinen Haftpflichtversicherer nach § 7 Abs. 1 StVG, § 18 Abs. 1 StVG i.V.m. § 115 VVG besteht, wenn:

„….bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt worden ist…“

Dies war ja vorliegend gerade nicht der Fall.

Auch der Anspruch aus § 823 I BGB i. V. m. § 115 VVG gegen die Haftpflichtversicherung wurde verneint. Dieser hätte zu Voraussetzung, dass das Leben, der Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt worden ist.

Diese Rechte wurden nicht verletzt.

Der Einwand des Klägers, dass die Eintrittskarten für das Stadion wertlos geworden sind, wurde nicht berücksichtigt. Das Gericht meinte dazu, dass die Eintrittskarten für das Fußballspiel selbst in ihrer Substanz nicht beschädigt worden sind. Im Übrigen verbrieften die Karten lediglich das vertragliche Recht gegenüber dem Veranstalter, dem Fußballspiel als Zuschauer beizuwohnen und sind deshalb nicht als sonstiges Recht im Sinne des §§ 823 Abs. 1 BGB zu qualifizieren.

  • 823 Abs. 1 BGB schützt nach Intention des Gesetzgebers nur absolute Rechte ( wie z.B. das Leben, der Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum), nicht aber Forderungen.

Auch der Anspruch aus § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. den Vorschrift der StVO wurde abgelehnt. Zwar hat der Versicherungsnehmer der Beklagten mit hoher Wahrscheinlichkeit Vorschriften der StVO verletzt. Jedoch fehlt es jedenfalls an der haftungsausfüllenden Kausalität für den geltend gemachten Schaden. Voraussetzung der Kausalität ist, dass der eingetretene Schaden vom Schutzzweck der Norm umfasst ist. Die Straßenverkehrsordnung soll Menschen wie Sachen vor Schäden im Straßenverkehr bewahren. Sie soll dagegen nicht davor schützen, aufgrund unfallbedingter Verzögerungen ein Fußballspiel zu verpassen.

Interessante Entscheidung, die alte Binsenweisheit belegt, dass trotz einer klaren Sach- und Rechtslage, Recht haben und Recht bekommen zwei verschiedene Paar Stiefeln.

Unser Tipp: Lassen sie nichts dem Zufall überlassen. Nehmen Sie die Hilfe von Profis in Anspruch.