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Auch Profifußballer schauen sich Fußballspiele zu Privatvergnügen an

Werbungskosten vor Gericht

Die Profifußballer werden als Stars verehrt und gefeiert. Man könnte meinen, Profi-Fußballspieler schwimmen im Geld und können sich alles leisten.

Doch sind sie wie viele andere Menschen nur Angestellte bei ihren Vereinen, die auch wie jeder andere deutsche Bürger ihre Steuererklärungen machen müssen.

Natürlich will man auch als Berufsfußballer sein „beinhart“ verdientes Geld nicht einfach dem Staat in Form einer Steuer abgeben und schaut, dass man so viel wie möglich Werbungskosten geltend macht. Doch nicht alle Ausgaben eines Profikickers, die er im Hinblick auf die Förderung seiner sportlichen Erwerbstätigkeit macht, werden vom Finanzamt als Werbungskosten anerkannt.

Interessante Entscheidung traf das Finanzgericht Münster. Es entschied, dass das „Fußballpaket“ im Sky- Abo keine Werbungskosten eines Berufsfußballers darstellen.

Der Kläger, ein Lizenzfußballer der 2. Bundesliga, wollte dieses Abo als Werbungskosten mit der Begründung absetzen, das anschauen der Fußballspiele schule seine eigenen Fußballfertigkeiten und er kann sich dadurch auch besser auf die jeweiligen Spiele vorbereiten, weil er dann die gegnerische Taktik auch besser kennt. Insgesamt ging es dabei um rund 600 Euro.

Das Gericht sah aber diese Kosten als Kosten der privaten Lebensführung an, da bei dem Abo nicht nur Spiele der 2. Bundesliga zu sehen sind, sondern auch 1. Liga Spiele sowie Champions-League usw. Dieses Abo sei an die Allgemeinheit gerichtet und nicht an Fußballprofis.

Auch ein Profi-Fußballer kann die Kosten für ein Abo, Sportbekleidung und einen Personal-Trainer nicht als Werbungskosten absetzen.

Daher sind Fußballprofis auch nur Menschen und müssen privat für ihr Vergnügen bezahlen, sowie wie wir auch.