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1€ für ein Auto bei einer eBay-Auktion

Zivilrecht Kaufvertrag eBay-Auktion

Der Bundesgerichtshof hat sich in einer Entscheidung mit der Frage der Wirksamkeit eines im Wege einer eBay-Auktion abgeschlossenen Kaufvertrags befasst, bei dem ein grobes Missverhältnis zwischen dem gebotenen Kaufpreis und dem Wert der Kaufsache besteht.

Der Beklagte stellte seinen gebrauchten VW-Passat für zehn Tage zur Internetauktion bei eBay mit einem Startpreis von 1 € ein. Der Kläger bot kurz nach dem Beginn der eBay-Auktion 1 € für den Pkw und setzte dabei eine Preisobergrenze von 555,55 €. Nach sieben Stunden brach der Beklagte die eBay-Auktion ab, wobei der Kläger bis dato der einzige und somit der Höchstbietende war. Per E-Mail teilte er dem Kläger mit, er habe außerhalb der Auktion einen Käufer gefunden, der bereit sei 4.200 € zu zahlen. Der Kläger begehrt Schadensersatz wegen Nichterfüllung des nach seiner Ansicht wirksam zu einem Kaufpreis von 1 € geschlossenen Kaufvertrags und macht geltend, der Pkw habe einen Wert von 5.250 €. Das Landgericht Mühlhausen hat der auf Schadensersatz in Höhe von 5.249 € gerichteten Klage stattgegeben. Die Berufung des Beklagten ist erfolglos geblieben. Mit der Revision zum Bundesgerichtshof verfolgte der Beklagte sein Klageabweisungsbegehren weiter.

Die Revision hatte keinen Erfolg. Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Kaufvertrag nicht wegen Sittenwidrigkeit (§ 138 Abs. 1 BGB) nichtig ist. Bei einer Internetauktion rechtfertigt ein grobes Missverhältnis zwischen dem Maximalgebot des Käufers und dem Wert des Versteigerungsobjekts nicht grundsätzlich den Schluss auf eine verwerfliche Gesinnung des Bieters im Sinne von § 138 Abs. 1 BGB. Es macht gerade den Reiz einer Internetauktion aus, den Auktionsgegenstand zu einem „Schnäppchenpreis“ zu erwerben, während umgekehrt der Verkäufer die Chance hat, einen für ihn lukrativen Preis im Wege des Bietens zu erzielen.

Auch die Wertung des Berufungsgerichts, dass der Beklagte dem Kläger nicht den Einwand des Rechtsmissbrauchs entgegen halten könne, ist aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden. Dass das Fahrzeug letztlich zu einem Preis von 1 € verkauft worden ist, beruht auf den freien Entscheidungen des Beklagten, der das Risiko eines für ihn ungünstigen Auktionsverlaufs durch die Wahl eines niedrigen Startpreises ohne Festsetzung eines Mindestgebots eingegangen ist und durch den nicht gerechtfertigten Abbruch der Auktion die Ursache dafür gesetzt hat, dass sich das Risiko verwirklicht.

BGH Urteil vom 12. November 2014-VIII ZR 42/14